CLKV

Leidenschaftlich GELIEBT - Das Neue Testament

The Passion Translation (TPT) - Deutsche Ausgabe

7 Punkte, die Sie wissen müssen, bevor Sie dieses neue „Neue Testament“ verkaufen, kaufen oder lesen

„Leidenschaftlich geliebt“ (LG) ist keine Übersetzung aus dem griechischen Grundtext des Neuen Testaments, sondern eine Übersetzung aus der denkbar ungenauen, theo­logisch gefärbten englischen „The Passion Translation“ (TPT).

Eine ausführliche Arbeit über die TPT mit mehreren Beispielen von veränderten Bibelstellen finden Sie auf unter clkv.ch[1]

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1.) Übersetzung aus dem Englischen statt aus dem Griechischen

„Leidenschaftlich geliebt“ (LG) ist keine Übersetzung aus dem griechischen Grundtext des Neuen Testaments, sondern eine Übersetzung aus der denkbar ungenauen, theo­logisch gefärbten englischen „The Passion Translation“ (TPT).

2.) Spekulativer, nicht-existierender aramäischer Grundtext

Wie in den Fussnoten der englischen TPT wird auch in den Fussnoten von „Leidenschaftlich geliebt“ überaus oft auf eine angebliche Bedeutungsvariante im Aramäischen verwiesen, um ungewohnte Ausdrücke im Bibeltext zu rechtfertigen[2]. Es gibt jedoch keine aramäischen Originalmanuskripte, weder von den Evangelien noch erst recht nicht von den NT-Briefen. Die einzige „aramäische“ Quelle ist die Peschitta, die im 5. Jh n. Chr. vom Griechischen in den damals in Syrien gesprochenen aramäischen Dialekt übersetzt wurde. Da die Peschitta in syrischer Schrift geschrieben ist, muss Brian Simmons eine englische Übersetzung dieser Übersetzung zu Hilfe nehmen (den sogenannten „Roth Text“). Es ist unsinnig, daraus neue Erkenntnisse ableiten zu wollen, welche Wörter Jesus und seine Jünger damals in ihrem (anderen!) aramäischen Dialekt gebraucht hätten, und welche Bedeutungen seither über fast 20 Jahrhunderte verloren gegangen wären und nun erst in der TPT und der LG wieder zugänglich gemacht würden.

3.) Brian Simmons hat keine Ausbildung in den Bibelsprachen

Der „Hauptübersetzer“ der TPT, Brian Simmons, kann keine Ausbildung in den biblischen Sprachen Hebräisch, Aramäisch, und Griechisch nachweisen. Trotzdem schreibt er immer wieder „übersetzt aus dem Aramäischen...“. Den „Dr.“, den er vor seinem Namen führt (siehe S. 727 der LG) hat er vom nicht-anerkannten „Wagner Institut“ im Bereich „Gebet“ bekommen. Auch seine Behauptung, an der Übersetzung in die Sprache der Paya-Kuna in Panama mitgewirkt zu haben, wurde von zwei Missionsgesellschaften, die dort tätig waren, dementiert[3].

4.) Mit „Leidenschaftlich geliebt“ kann man die Bibel nicht studieren

Mit „Leidenschaftlich geliebt“ können Sie das Wort Gottes nicht studieren. Sie können z.B. nicht herausfinden, wo der Urtext gewisse Wörter oder Sätze bewusst wiederholt, denn Simmons gibt gleiche griechische Ausdrücke ganz unterschiedlich wieder.[4]

5.) Sowohl die „Mitübersetzer“ der englischen Ausgabe, wie auch der/die Übersetzer in die deutsche Sprache bleiben anonym

Zudem ist die deutsche Ausgabe auch nicht durch sachkundige Lektoren überprüft worden. Das zeigt sich bereits im Vorwort (und später wieder in den Fussnoten zu Matth. 10,2; 1.Kor 15,7; Galater 1,19). Brian Simmons erklärt dort, dass in der TPT für den Namen Jakobus nicht James (wie in den meisten englischen Bibeln), sondern Jacob gewählt wurde, weil dies den griechischen Handschriften näher kommt. Damit hat Simmons völlig recht – jedoch nur, was die englische Sprache betrifft! Auf Deutsch ist die Sachlage anders. Alle Bibelausgaben folgen hier eng dem griechischen „Jakobos“. Während also im Englischen „Jacob“ tatsächlich näher bei „Jakobos“ liegt als „James“, ist „Jakob“ weiter davon entfernt als „Jakobus“. Aber die Herausgeber von „Leidenschaftlich geliebt“ (BT MEDIA Verlags GmbH), bzw. deren allfällige Lekto­ren scheinen nicht die nötigen sprachlichen und bibelbezogenen Kenntnisse zu haben, um diesen Unterschied zu bemerken. Wenn aber bereits im Vorwort und in Fussnoten sachlich falsch „übersetzt“ wird[5], wie verlässlich ist dann der eigentliche Bibeltext?

6.) Einfluss der Lehren der „Neuen Apostolischen Reformation“ (NAR)[6]

In vielen Texterweiterungen und Fussnoten – sowohl in der englischen, wie auch in der deutschen Ausgabe – kommen die speziellen Lehren der „Neuen Apostolischen Reformation“ zum Vorschein, z.B. dass es heute wieder Apostel gebe und grosse Wunder geschehen müssten.

7.) Nicht das Wort Gottes, sondern die Worte eines Menschen

Es ist nicht das Wort Gottes, das Sie hier lesen werden – auch wenn Simmons im Vorwort noch so häufig vom „Wort Gottes“ spricht – sondern die Interpretation und Meinung eines einzelnen Mannes, der stark von einem Gedankengut beeinflusst ist, welches sogar innerhalb der pfingstlich-charismatischen Bewegung umstritten ist.

Aus diesen und weiteren gewichtigen Gründen raten wir dringend vor dem Verkauf, Kauf und Lesen dieses äusserst fragwürdigen NTs ab! Es ist nicht Gottes heiliges, unfehlbares Wort!

„Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht; und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott wegnehmen seinen Teil vom Buch des Lebens und von der heiligen Stadt, und von den Dingen, die in diesem Buch geschrieben stehen.“ (Offenbarung 22, 18-19)

Patrick Tschui, Christliche Literatur- und Kassettenvermittlung (CLKV) 
Pfäffikon ZH, April 2026

 

[1] https://clkv.ch/home/sidemenu-home

[2] Allein im Epheserbrief geschieht dies in über 30 Fussnoten!

[3] Sowohl von Wycliffe Bible Translators, die die Übersetzung machte, als auch von New Tribes Mission (heute Ethnos360), mit welcher Brian Simmons damals in Panama arbeitete.

[4] Ein Beispiel: Der Anfangssatz mehrerer Paulusbriefe lautet Wort für Wort übersetzt so:       
„Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes“.

Simmons macht aus diesem gleichen, kurzen Satz folgende Varianten:

„Paulus, nach dem vollkommenen Plan Gottes zum Apostel von Christus Jesus eingesetzt...“ (2.Kor. 1,1).

Liebe Freunde, ich, Paulus, von Gott auserwählt und ein Apostel Jesu, des Messias, (schreibe euch diesen Brief)“ (Epheser 1,1).

Liebe Freunde in Kolossä, ich, Paulus, bin von Jesus Christus selbst zum Apostel berufen worden, gemäss dem Plan Gottes.“ (Kolosser 1,1)

„Von Paulus, einem Apostel Jesu, des Messias, der von Gott dazu bestimmt wurde, ...“ (2. Tim. 1,1)

Mit der Kursivsetzung macht die TPT, bzw. die LG manchmal darauf aufmerksam, dass diese Wörter im Urtext nicht vorkommen. Wie sich an den vier Beispielen leicht sehen lässt, sind aber nicht alle zusätzlichen Wörter kursiv. Es ist also ohne Vergleich mit einer seriösen Bibelübersetzung nicht möglich herauszufinden, was nun wirklich Gottes Wort ist und was Brian Simmons frei hinzugefügt hat.

[5] Ein weiteres Beispiel für offensichtlich fehlendes Lektorat ist die Fussnote zu Galater 2,1: „Der Name Titus bedeutet Krankenschwester“ (!).

[6] Der Begriff „New Apostolic Reformation“ wurde von C. Peter Wagner für seine Apostelbewegung gewählt (The New Apostolic Churches, Regal Books, 1998, S.18). Brian Simmons wurde am Institut von C.P. Wagner ausgebildet.